Ohne internationale Gästehäuser keine internationale Spitzenforschung in Deutschland - der deutsche IBZ-Verbund fordert politisches Handeln
Am 26. Februar lud der IBZ-Verbund – das bundesweite Netzwerk internationaler Begegnungszentren und hochschulnaher Gästehäuser – Abgeordnete des Bundestags sowie Vertreter*innen des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt, der Alexander von Humboldt Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdiensts und der EURAXESS-Initiative zu einem parlamentarischen Frühstück ins Berliner Paul-Löbe-Haus ein.
Im Zentrum stand eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung: Wie kann Deutschland im internationalen Wettbewerb um Talente bestehen, wenn zentrale Infrastruktur für internationale Forschende wegbricht? Denn die IBZs sind weit mehr als „Visitenkarten“ der Hochschulen: Sie sind ein entscheidender Baustein für die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Deutschland. Ohne verlässliche, integrierende und international ausgerichtete Wohn- und Begegnungsangebote wird es zunehmend schwer, Spitzenforscher*innen zu gewinnen und langfristig auch hier zu halten.
Die Realität vor Ort ist alarmierend: Steigende Energie- und Betriebskosten, erheblicher Sanierungsstau und fehlende Investitionsmittel treffen auf unklare Zuständigkeiten zwischen Hochschulen und Bundesländern. Die Folge ist eine strukturelle Unterfinanzierung, die bereits zu Schließungen geführt hat – etwa in Potsdam und Hamburg – und weitere Häuser akut gefährdet. Statt internationaler Vernetzung dominiert vielerorts die Verwaltung der Notlage.

Einzelne Rettungsaktionen, wie zuletzt in Leipzig durch kurzfristige Landesmittel, zeigen zwar Handlungsmöglichkeiten auf, verdeutlichen aber zugleich das Grundproblem: Es fehlt an dauerhaft verlässlichen Finanzierungs- und Zuständigkeitsstrukturen.
Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Haushalte ist es kurzsichtig, an dieser Stelle zu sparen. Investitionen in die IBZs sind Investitionen in eine der zentralen Ressourcen Deutschlands: seine wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und internationale Attraktivität.
Die Ankündigung von MdB Lukas Krieger (CDU), der als Schirmherr der Veranstaltung fungierte, das Thema in die Haushaltsberatungen einzubringen, ist ein wichtiges Signal. Sie bleibt jedoch unzureichend, solange keine konkreten politischen Maßnahmen folgen. Bund und Länder sind jetzt gefordert, gemeinsam tragfähige Finanzierungsmodelle zu schaffen, Zuständigkeiten verbindlich zu klären und gezielt in Erhalt und Ausbau der IBZ-Infrastruktur zu investieren. Denn klar ist: Wer internationale Spitzenforschung im Land will, muss auch die Voraussetzungen dafür sichern!
News vom 27.03.2026
